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Sternspuren fotografieren: Tipps und Tricks für eine gelungene Aufnahme

Sternspuren fotografieren ist nicht schwer, wenn man weiß was alles zu beachten ist. Hier erfährst du alles nötige um ein atemberaubendes Sternspuren Foto zu fotografieren.

Eines der spannendsten und schönsten Themen in der Fotografie ist das Fotografieren in der Nacht. Die Nacht bietet trotz ihrer Dunkelheit einiges dass du fotografieren kannst. Eines der schönsten und spannendsten Themen ist mit Sicherheit die Astrofotografie. Darunter zählt man die Sterne und auch das fotografieren von Sternspuren. Die Sternspuren fotografieren ist für mich eines der schönsten Motive, denn was auf den ersten Blick wie ein bearbeitetes Foto aus Photoshop aussieht, ist in Wirklichkeit eine ganz normale Aufnahme mit einem WOW-Effekt. Damit dir so ein Foto überhaupt gelingt brauchst du vor allem eines: Zeit! Du brauchst aber auch einiges an Ausrüstung und musst einiges beachten, was du hier aber erfahren wirst.

Sternspuren fotografieren: Tipps und Tricks für eine gelungene Aufnahme

 

Sternspur

 

Das Wetter

Bevor du die Sternspuren fotografieren willst, musst du erstmals das Wetter checken, denn für eine gelungene Aufnahme brauchst du einen klaren Himmel. Außerdem sollte die Nacht Sternenklar sein, was vor allem in einer kalten Winternacht gut funktioniert. Hast du die Wettervorhersage kontrolliert, dann brauchst du noch einen guten Standort, wo du dein Foto aufnehmen möchtest. Um ein wirklich schönes Foto machen zu können, brauchst du einen extrem dunklen Ort, wo sich keine Lichter in der Umgebung befinden. Das ist vor allem in größeren Städten sehr schwierig, da es dort Kilometerweit außerhalb der Stadt noch sehr Hell ist. Am besten suchst du dir einen Berg oder eine wenig befahrene Passstraße, wo es stockfinster ist, dann hast du die besten Voraussetzungen für eine gelungene Aufnahme.

Die richtigen Klamotten

Auch die richtige Kleidung spielt eine kleine Rolle. Zwar ist diese nicht so wichtig, jedoch solltest du helle Kleidung vermeiden. Umso dunkler die Kleidung ist, desto besser, denn so können wirklich keine hellere Farben das Bild stören. Was erst total daneben klingt kann jedoch einiges dazu beitragen um ein noch besseres Resultat zu erzielen. Wenn du im Winter die Sternspuren fotografierst, dann brauche ich nicht zu erwähnen dass eine Mütze und Handschuhe auf keinen Fall fehlen dürfen, denn du wirst dich lange aufhalten müssen.

 

Die richtige Ausrüstung

Was braucht es an Ausrüstung? Fangen wir mit dem Objektiv an. Natürlich hat ein Weitwinkelobjektiv* die besten Vorraussetzungen, denn umso kleiner die Brennweit ist, desto mehr hat auf den Bild platz. Verfügst du über kein Weitwinkelobjektiv, dann ist das auch kein Problem, denn du kannst auch ohne weiteres eine höhere Brennweite verwenden, wichtig ist nur dass du einen schönen Bildausschnitt auf dem Foto hast, damit es nach etwas aussieht. Nur die Sternspuren fotografieren bringt dir nicht wirklich viel, da dies langweilig aussieht.

Natürlich brauchst du auf jeden Fall auch ein gutes Stativ*, denn ohne geht überhaupt nichts. Warum? Das wirst du später noch erfahren. Wichtig ist nur dass du ein gutes, stabiles Stativ verwendest, dass einen sicheren Stand hat. Achte beim Kauf auch daran, dass du etwas einhängen kannst. Die meisten Stative verfügen über eine solche Halterung, um das Stativ noch standfester machen zu können.

Eine weitere wichtige Rolle spielt der Fernauslöser *. Da du eine lange Zeit belichten musst und die meisten Kameras nur bis zu 30 Sekunden belichten können, musst du dir einen Fernauslöser besorgen. Beim Kauf achte bitte darauf, dass der Fernauslöser programmierbar ist und nicht nur über einen Einrast-Knopf verfügt. Der Aufpreis für einen guten Fernauslöser ist gering, doch es loht sich allemal.

Der richtige Bildauschnitt:

Wenn der Bildausschnitt nicht passt, dann wird es auch mit einem guten Endergebnis nichts. Ein Tipp von mir: Versuche den Polarstern mit in deinen Bildausschnitt zu bekommen. Die umliegenden Sterne bewegen sich bei langen Belichtungszeiten um den Polarstern und sorgen dafür für einen „WOW-Effekt“, der das Bild einzigartig macht. Was ich persönlich sehr schön finde, ist wenn sich im Vordergrund ein Motiv befindet. Das kann ein Baum, eine Straße oder sonst etwas sein, wichtig ist nur dass das Bild nicht langweilig wirk und es dem Betrachter etwas fürs Auge gibt. Natürlich sollte der erste Blick automatisch auf die Sternspur fallen, denn schließlich fotografieren wir ja diese. Auch Berge im Hintergrund sehen immer sehr gut aus und sorgen für ein abwechslungsreiches Ergebnis das sich sehen lassen kann.

Wie schon erwähnt braucht es für eine gute Aufnahme eine dunkle Umgebung, wo so wenig wie möglich Umgebungslichter vorhanden sind. Das gilt auch für den Mond, denn dieser ist schlichtweg zu hell und kann dir die ganze Aufnahme versauen.

 

Die richtigen Kameraeinstellungen

 

ISO

Das wichtigste wenn du Sternspuren fotografieren willst, ist dass das Bild im Nachhinein scharf abgebildet ist. Das ist nur mit einem niedrigen ISO Wert möglich, da es beim erhöhen des Wertes zum rauschen kommt. Dieser sollte so tief wie möglich gehalten werden, was bei den meisten Kameras 100 beträgt. Nur Profi DSLR´s verfügen über die Funktion den ISO auf 50 zu stellen.

Blende

Die Blende solltest du bei deiner Kamera so gering wie möglich halten. Dadurch geht zwar ein wenig der Tiefenschärfe verloren, jedoch wirkt sich das bei einer Sternenklaren Nacht nicht weiter schlimm aus. Wenn mit freiem Auge schon sehr viele klare Sterne zu sehen sind, so kannst du ohne weiteres auch eine Blende von 5 verwenden. Ist die Nacht hingegen nicht ganz so klar, aufgrund leichter Wolken, so solltest du die Blende noch weiter schließen und auf einen Blendenwert von 2 runter gehen.

Der richtige Fokus

In der Dunkelheit fällt es dem Autofokus extrem schwer automatisch scharfzustellen. Oft hilft ein weit entferntes Licht oder der Mond als Punkt um den Autofokus zu fixieren. Besser ist es jedoch manuell scharfzustellen. Doch Vorsicht! Nicht bei jedem Objektiv kannst du den Fokus auf unendlich stellen, da sonst das Bild unscharf wird. Bei manchen musst du 1-2mm vom Unendlich-Bereich zurückzudrehen da sich dort der optimale Schärfebereich befindet. Kontrolliere das bevor du die Aufnahme startest.

Belichtungszeit

Es gibt zwei Arten von Möglichkeiten um das Bild zu belichten, die ich dir kurz vorstellen möchte.

1. Methode: (So wie ich es immer mache). Du kannst ein Sternspur Foto in nur einer durchgehenden Belichtung erstellen. Wie du sicherlich schon mitbekommen hast ziehen die Sterne am Himmel bereits nach einer Belichtungszeit von 30 Sekunden eine kleine Spur. Das ist ein Problem wenn du die Sterne bzw. die Milchstraße fotografieren willst, da das Bild somit unscharf und nicht mehr schön wirkt. In unserem Fall machen wir den unerwünschten Nebeneffekt jedoch zu unserem Vorteil. Damit du die Sternspuren fotografieren kannst und ein gutes Resultat erzielst, ist eine Belichtung von 3 bis 4 Stunden nötig! In dieser Zeit kannst du dir ein Zelt aufschlagen und es dir gemütlich machen, denn du kannst ohnehin nur abwarten 😉 Diese Methode hat den Vorteil dass das Foto anschließend fertig ist und du nur noch den Feinschliff in Lightroom * machen musst. Für dieses Methode brauchst du wie schon oben erwähnt einen Fernauslöser wo du die Belichtungszeit so lange einstellen kannst.

2. Methode: Du  kannst auch viele einzelne Aufnahmen mit einer kürzeren Belichtungszeit machen. Hierfür musst du ebenfalls den Intervall bei einem programmierbaren Fernauslöser einstellen, damit das überhaupt möglich ist. Anschließend nimmt die Kamera jeweils ein Bild von 20 bis 30 Sekunden auf. Doch auch bei dieser Methode brauchst du mehrere Stunden um ein gutes Resultat erzeugen zu können. Anschließend müssen die Bilder aber noch in einem weiteren Programm überlegt und zusammengefügt werden. Mir persönlich ist diese Methode zu umständlich und bevorzuge deshalb lieber Methode 1.

Batterie sparen!

Eines der größten Probleme beim Sternspur fotografieren ist die Laufzeit der Batterie. Vor allem die Systemkamera* verbrauchen einiges mehr an Strom als die Spiegelreflexkamera*. Damit du sicher genügend Akku-Leistung hast, ist es vom Vorteil wenn du einen separaten Batteriegriff* an deine Kamera befestigst, somit hast du automatisch die doppelt so lange Batterie Laufzeit. Außerdem solltest du WiFi Funktion (falls vorhanden) ausschalten um den Akku noch mehr zu schonen. Es ist auch äußerst ratsam den Monitor auszuschalten bevor du die Aufnahme startest. Dieser verbraucht nicht nur Unmengen an Akku, sondern kann das Bild aufgrund der Helligkeit stören.

Nun liegt es an dir! Du magst vielleicht glauben dass ein solches Foto zu erstellen total schwierig und kompliziert ist, doch das ist es eigentlich gar nicht. Ich bin mir sicher wenn du dieser Anleitung folgst, wird auch deine erste Aufnahme schon ein voller Erfolg.

 

Wie machst du deine Sternspur Fotos? Hast du noch weitere Tipps zum Sternspuren fotografieren?

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