Weitwinkelfotos üben auf den Betrachter eine ganz besondere Wirkung aus, darum beschäftigen wir uns auf dieser Seite umfassend mit solchen Fotos und den zugrundeliegenden Fotografietechniken. Dazu gehört die Vorstellung von Objektiven wie auch von Anwendungsmöglichkeiten und zahlreichen Tipps. Dieser Artikel hingegen soll sich einmal genauer mit den Hintergründen beschäftigen, auf deren Basis Weitwinkelaufnahmen solch große Effekte auf Menschen haben. Diese beschreiben wir anschaulich anhand von verschiedenen Beispielen.

Unsichtbares sehen wie mit eigenen Augen

Bevor es aber um beeindruckende Beispiele geht, muss klargestellt werden, was es genau mit diesen Weitwinkelfotos auf sich hat. Was macht sie so anziehend und interessant? Tatsächlich gibt es dafür verschiedene Gründe: Auf der einen Seite vermitteln Weitwinkelaufnahmen einen breiten Überblick über eine Szenerie. Anstatt dass der Fokus bei einem Foto auf einem bestimmten Objekt oder einer Person liegt, wird eine große und breite Szene erfasst, die den Betrachter vor eine Fülle von Informationen stellt. In der Tat möchten die meisten professionellen Fotografen tatsächlich eher gezielte Informationen vermitteln: Portraits von Menschen oder Gegenständen, die sich ein Betrachter ansehen soll, gehören in diese Kategorie. Professionelle Weitwinkelaufnahmen sind da deutlich seltener und wirken deshalb unbekannt und frisch.

Auf der anderen Seite kommen Weitwinkelfotos der realen menschlichen Sicht am nächsten. Dieses binokulare Gesichtsfeld, wie es in der Fachsprache heißt (Bereich, den man mit zwei Augen sieht), besitzt eine horizontale Breite von etwa 180° und eine vertikale Höhe von 120°. Wir sehen unsere Welt also selbst im Weitwinkel, daher entsteht bei entsprechenden Fotos besonders der unterbewusste Eindruck, Teil der fotografierten Szene zu sein. Gleichzeitig aber verzerrt es auch die Realität perspektivisch, krümmt Linien und verfälscht Größenverhältnisse zwischen Bildrand und Bildmitte. Damit wird ein Moment eingefangen, der der Realität wiederum gar nicht entspricht.

Mittendrin und auch dabei?

Gerade in der Enge wird dies besonders deutlich. Dort brechen Weitwinkelfotos effektiv das Geschehen auf. Eine Sportart, bei dem dies wie bei kaum einem Zweiten zutrifft, ist tatsächlich der Pokersport. Auch bei längerer Überlegung finden sich kaum vergleichbare Sportarten, bei denen derart vieles statisch auf engstem Raum geschieht. Kein Wunder, dass viele Profifotografen bei Pokerturnieren ihr Steckenpferd gefunden haben, darunter Fabian Grubler und Neil Stoddart.

Während sich Grubler vorzugsweise auf Details der einzelnen Spieler fokussiert, packt Stoddart auch gerne mal den Weitwinkel vor seinen Kamerasensor. Es entstehen surreale Weitwinkelaufnahmen, die einen Überblick über die gesamte Szenerie ermöglichen. Eine gute Übersicht ist das A und O beim Pokern, am Live-Table, aber auch online. Gerade die Online Variante von Poker erfreut sich seit geraumer Zeit einer großen Beliebtheit. Entsprechend konnte Platzhirsch PokerStars kürzlich die Feier der 200 Milliarden PokerStars Hände ausrufen – so oft wurde bereits auf der Plattform gespielt. Leider können online nicht so starke Fotos entstehen wie offline, dafür existieren andere Möglichkeiten, Stimmung zu erzeugen.

Der Blick in die Weite

Die unterschiedliche Herangehensweise der beiden genannten Fotografen zeigt, dass nicht jedes Motiv mit einem Weitwinkelobjektiv fotografiert werden muss oder sogar sollte. Stattdessen gilt es vor der jeweiligen Aufnahme reiflich zu überlegen, was man als Fotograf mit dem Foto aussagen möchte. Insgesamt gilt aber: Der bekannteste Einsatzort von Weitwinkelobjektiven ist ohne Frage die Landschaftsfotografie. Hier sollen in der Regel viele Dinge auf einmal abgelichtet oder etwas in voller Größe bzw. Länge gezeigt werden. Der alten Tradition des „Vaters der Landschaftsfotografie“ Ansel Adams folgend, ist dieser Bereich der Fotografie einer der beliebtesten und am größten frequentierten.

sonnenaufgang in den bergen

Ein Fotografie-Künstler, der Landschaften in Perfektion abzubilden weiß, ist Sebastião Salgado. Der Brasilianer ist eigentlich ein Ökonom und kam nur durch seine vielen Reisen zur Fotografie. Anfangs betätigte er sich hauptsächlich mit sozialdokumentarischer Fotografie und fertigte Fotoreportagen an den ärmsten Flecken der Erde an. Später entdeckte er auch die Naturfotografie für sich und schuf einige der magischsten und einflussreichsten Landschaftsaufnahmen der heutigen Zeit.

Von Menschen gemacht

Ein weiterer Bereich, in dem der Weitwinkel wie kein anderes Objektiv zum Standardequipment zählt, ist der Bereich der Architekturfotografie. Insbesondere große Gebäude sind nur schwer auf Film (oder heutzutage auf Speicherkarte) zu bannen – das merkt schnell, wer selbst einmal mit dem eigenen Handy einen kompletten Wolkenkratzer fotografieren wollte. Inzwischen bieten neuere Smartphones auch einen Ultra-Weitwinkel-Modus an, der noch mehr von der Umgebung einfangen lässt. Dennoch, oft kann man gar nicht weit genug zurücktreten, um alles auf ein Foto zu bekommen. Und wenn doch, dann treten schnell die typischen Phänomene auf, die wir eingangs angesprochen haben.

Durch den extremen Weitwinkel werden eigentlich gerade Linien von Gebäuden seltsam schief und laufen anders ineinander, als sie in der Realität existieren. Man merkt, dass hier Profiqualitäten gefragt sind. Große Fotografen wie Hufton + Crow aus London schaffen es, Gebäude jeglicher Art mit starken Linien und architektonischer Eleganz abzubilden, ohne dabei zu kalt oder zu kitschig zu sein. Mit schier unendlicher Schärfentiefe und dem Fluchtpunkt häufig in der Bildmitte, saugen sie den Betrachter förmlich in das Bild hinein – und das schon bei kleinformatiger Betrachtung.

Qualität im Großformat

Weitwinkelfotografie ist so alt wie die Fotografie selbst. Die Kameras der ersten bedeutenden Fotografen waren sogenannte Großformatkameras, die einen deutlich größeren Bildausschnitt abzubilden vermochten, als es handelsübliche Kameras im Kleinbildformat (35 Millimeter) können. Doch auch heute noch werden Mittel- und Großformatkameras eingesetzt, da sie ihren kleineren Verwandten in Schärfe, Farb- und Detailreichtum deutlich überlegen sind. Schon der oben erwähnte Ansel Adams empfahl, immer die größte Kamera zu verwenden, die man noch bequem bedienen könne. Bis heute hat dieser Satz besonders in der Landschafts- und Architekturfotografie eine große Bedeutung, sowie überall dort, wo Emotionen durch möglichst viel Bildinhalt ausgelöst werden sollen.

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Hi! Ich bin Armin, ein Reisejunkie und leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Auf meinen Reise sehe und erlebe ich sehr vieles, das ich natürlich für die Ewigkeit festhalten möchte.

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