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Besonderheiten bei Nachtaufnahmen an speziellen Orten: Las Vegas

Nachtfotografie Las Vegas

Besondere Aufgaben erfordern besonderes Können. Im Bereich der Fotografie gibt es viele besondere Aufgaben, denn jedes Bild bietet einzigartige Herausforderungen. Eine kleine Änderung der Lichtquelle und schon musst du das gesamte Set umplanen. Eine große Herausforderung sind Nachtaufnahmen.

Du willst die Besonderheit dieser Situation einfangen, die sich vor allem durch das Nicht-Vorhandensein von Licht ergibt. Wenn du dann mit einem starken Blitz arbeitest, kann schnell viel von dieser Magie verloren gehen. Wenn du ohne Blitz und mit langer Belichtungszeit agierst, kann das Bild verwackeln. Ein Stativ ist für solche Aufnahmen unerlässlich.

Empfehlung: Cullmann Nanomax 400T

Nicht weniger kompliziert sind Nachtaufnahmen an hell beleuchteten Orten. Die vielen unterschiedlichen Lichtquellen können blenden oder ungewünschte Schatten werfen. Ein guter Ort, um sein Können in diesem Bereich zu verbessern, ist Las Vegas.

Die Glitzer-Stadt bietet verschiedene Herausforderungen für Fotografen. Zuerst sind da die unzähligen, vielen Lichter. Las Vegas leuchtet nachts heller als ein amerikanisches Haus zu Weihnachten. Alle Casinos sind hell erleuchtet, um die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen. Außerdem hast du permanent Menschen vor der Kamera. 2017 haben über 42 Millionen Menschen die Stadt besucht, rein statistisch sind das 115.000 Menschen pro Tag. Die Chance, dass sich einer davon vor deine Linse verirrt ist groß. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich noch einmal, wenn du Langzeitaufnahmen machst.

Die dritte Herausforderung ist die Suche nach einem Standort und einem Motiv. Die Betonung liegt dabei auf einem Motiv, denn es gibt schlicht zu viele. Die Gebäude auf dem Strip sind eng an eng gebaut, so dass du automatisch auch das Nebengebäude mit auf dem Foto hast. Wenn du Aufnahmen auf dem Las Vegas Strip machst, ist die Chance beispielsweise groß, wenigstens eines von Steve Wynn’s Casinos abzulichten. Das Mirage, Bellagio und Wynn sind drei der größten Casinos in Las Vegas, die alle drei ihm gehören. 
Wenn du ein Motiv hast, musst du erst mal einen Standort für ein gutes Foto finden. Brücken kommen nicht in Frage, da diese mit Gittern gesichert sind. Du erkennst schon, warum Nachtaufnahmen an diesem speziellen Ort eine Herausforderung sind.

Wenn du aber ein Motiv und einen Ort gefunden hast, geht es an die richtigen Einstellungen für dein Bild. Es gibt nicht nur sehr viel Licht in Las Vegas, sondern auch viel Dunkelheit. Der Ort liegt mitten in der Wüste, deshalb kommt hinter den Hotels häufig keine weitere Lichtquelle mehr vor. Dieser starke Kontrast aus sehr hell und komplett dunkel kann schnell zu einer Überbelichtung führen, die sich höchstens mit Photoshop nachträglich korrigieren lässt.

Noch komplizierter wird es, wenn du die unzähligen Autolichter für schöne Lichtstreifen nutzen willst. Dafür wird eine Langzeitaufnahme nötig, die aber bei oben genannten Kontrasten die Gefahr einer Überbelichtung erhöht.

Am besten machst du dann zwei Aufnahmen. Ein Foto mit zwei bis drei Sekunden Belichtung und einer f/16-Blende. Das zweite Foto mit fünf bis acht Sekunden Belichtung und einer f/11-Blende. Das erste Foto fängt das Hauptmotiv ein, das zweite die Lichtstreifen. Am Computer lässt sich aus beiden Fotos mittels Digital Blending wunderbar ein einziges Foto machen.

Die andere Möglichkeit ist, nur ein Foto zu machen. Hier wird es mit einer pauschalen Anleitung schwieriger, weil es stark von deiner Kamera und den genauen Verhältnissen abhängt. Um eine schöne Aufnahme zu machen, müssen ISO, Blende und Belichtungszeit ideal zusammenspielen. Am besten probierst du ein paar Kombinationen aus. Fang mit ISO 800, Blende f/16 und einer Belichtung zwischen drei und vier Sekunden an. Diese Kombination sollte die Lichtstreifen gut einfangen, ohne direkt überzubelichten. Falls dir das Ergebnis noch nicht gefällt, taste dich weiter an die passende Einstellung heran, dann wirst du schon bald tolle Nachtaufnahmen schießen. 

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