Fotografie bedeutet nicht einfach das gesehen für die Ewigkeit festzuhalten, sie ist außerdem eine Kunstform. Mit etwas Fantasie und dem nötigen know how kannst du nämlich auf ganz natürliche Art und Weise atemberaubende Fotos erschaffen. In diesem Beitrag dreht sich alles um die Langzeitbelichtung am Tag.

Jeder kennt sie, und auch du hast diese Fotos bestimmt schon einmal gesehen… Ich rede von den Bildern wo das Wasser wie nebelartig wirkt und das Bild somit extrem außergewöhnlich aussieht. Aber wie erstellt man eigentlich so ein Bild? Ich zeige dir in diesem Beitrag alle Methoden. Du wirst überrascht sein wie du diese Bilder auch ohne Zubehör erstellen kannst.

Langzeitbelichtung am Tag: Mit und ohne Filter

Langzeitbelichtung am Tag

Es gibt mehrere Methoden um eine Langzeitbelichtung am Tag zu machen. Die einfachste ist natürlich mit dem entsprechenden Zubehör, doch es geht auch ohne, wie du selbst bald feststellen wirst.

Was brauche ich alles?

  • Wichtig ist nur dass du deine Kamera an ein Stativ* befestigst, denn wie du dir schon denken kannst, benötigt eine Langzeitbelichtung am Tag viel Zeit. Manchmal sogar mehrere Minuten!
  • Des Weiteren kommt auch mein Fernauslöser* immer zum Einsatz, denn wir wollen ja dass das Bild nicht verwackelt wird.
  • Außerdem braucht es bei der ersten Methode, die ich dir gleich vorstellen werde noch einen ND Filter (Graufilter)*, was genau das ist kannst du unter anderem hier nachlesen: Fotografie Filter.

Langzeitbelichtung am Tag mit einem ND Filter

 

Der ND Filter ist ein Neutrale-Dichte-Filter, der eine ganz einfache Aufgabe hat, er dunkelt das gesamte Bild einfach ab. Es gibt verschiedene Stärken bei den ND Filter, die durch ein „x“, oder „ND“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel: 8x, 64x, ND4, ND1000.

Damit du das besser verstehst erkläre ich es dir kurz. Das Bild benötigt ohne ND Filter 1/1000sec Verschlusszeit um es korrekt zu belichten. Verwendest du jetzt aber einen ND2 Filter, so beträgt die Verschlusszeit 1/500sec. Mit einem ND32 Filter, 1/30sec und mit einem ND1000 Filter, 1 Sekunde.

Durch die Abdunklung benötigt das Bild eine längere Belichtungsdauer. Da sich das Wasser aber ständig bewegt, wird es auf dem Foto unscharf dargestellt. Das kann das Bild in gewissen Situationen versauen, oder wie in unserem Fall dem Bild einen ganz besonderen Touch geben. Damit das Resultat jedoch nach etwas aussieht, braucht es eine richtig lange Belichtungsdauer. Brauchbare Ergebnisse entstehen ab einer Belichtung von 30 Sekunden.

Suche dir jetzt dein gewünschtes Motiv, positioniere deine Kamera und stelle den Fokus manuell ein dass das Motiv später scharf abgebildet ist. ERST JETZT! Schraubst du den ND Filter an das Objektiv, denn sonst könnte es schwierig werden mit dem Autofokus. Bei einem ND8, oder ND64 Filter hast du mit Sicherheit keine Probleme, jedoch bei einem ND1000 und höher. Da siehst du nämlich nichts mehr was vor der Linse ist. Hast du das gemacht kommt der finale Schritt.

Jetzt brauchst du die Aufnahme nur noch starten und abwarten und du erhältst automatisch das fertige Bild. Am PC noch etwas Feinarbeit und schon hast du eine einzigartige Langzeitbelichtung am Tag gemacht und ein kleines Kunstwerk erschaffen.

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Langzeitbelichtung am Tag ohne Filter

Es ist ebenfalls möglich auch ohne einen Graufilter eine Langzeitbelichtung am Tag zu machen, man muss nur wissen wie… Es gibt zwei unterschiedliche Methoden…

1. Warten bis die Dämmerung einbricht

Wenn es dunkel wird, dann brauchst du automatisch eine längere Belichtungsdauer und so erzielst du ebenfalls das gleiche Resultat als wie mit Filter. Natürlich hat diese Methode ihre Nachteile, denn du bist gezwungen bis zum Abend zu warten… Außerdem wird es etwas schwerer das gewünschte Motiv scharf zustellen, da es einfach zu dunkel ist. Wenn es draußen noch nicht so dunkel ist, du dein Bild aber trotzdem in diesem Moment aufnehmen möchtest, dann kannst du noch etwas Tricksen… Stelle einfach eine höhere Blende ein. Du kannst auch in dem Extrem-Bereich gehen und die Blende auf 19 und höher stellen, somit brauchst du wesentlich mehr Zeit zum Belichten und erzielst das Resultat. Hast du ein Zoom-Objektiv mit einer nicht durchgehenden Lichtdurchlässigkeit, so kannst auch noch ins Bild hinein zoomen, dadurch braucht es nochmals länger um das Bild korrekt zu belichten. Mit dieser Methode geht zwar etwas an der Bildqualität verloren, aber immerhin besser als gar kein Foto…

2. Hand vors Herz

Das meine ich nicht sprichwörtlich… Was ich aber meine ist Hand vor´s Objektiv 😉 Das Problem bei einer Langzeitbelichtung am Tag ohne Filter ist dass dir irgendeine Stelle im Bild ausbrennt. In den meisten Fällen ist das der Himmel, da der bis zum Abend immer hell ist. Wenn du dir aber eine Stelle suchst wo das Wasser etwas im Schatten liegt, so kannst du mit den oben genannten Methoden dein Bild auch länger belichten und den Effekt erzeugen.

Damit der Himmel nicht ausbrennt halte einfach deine Hand während der Hälfte der Belichtung über die Hälfte des Objektivs. Also genau in dem Bereich wo sich der Himmel befindet. Nach der Hälfte der Belichtungszeit nimmst du die Hand weg und schon hast du viel mehr Kontrast im Himmel geschaffen. Mit dieser Methode kannst du zwar nur ein paar Sekunden belichten, doch es funktioniert. Es bedarf einiges an Übung bis du diesen Dreh heraus hast, doch es klappt bestimmt irgendwann 😉

Das Bild unten wurde beispielsweise mit dieser Methode aufgenommen, da ich keinen ND Filter bei mir hatte.

Langzeitbelichtung ohne ND Filter
Langzeitbelichtung ohne ND Filter

Wie immer heißt es jetzt: schnapp dir deine Kamera, geh raus und erzeuge einzigartige Langzeitbelichtungen am Tag. Mit Filter, ohne Filter, egal! Nur mache es und probiere es aus.

Wie waren deine bisherigen Erfahrungen mit der Langzeitbelichtung am Tag?

 

3 KOMMENTARE

    • Ja das ist schon erstaunlich! Ich verwende auch immer häufiger mein iPhone, mit etwas Bildbearbeitung holt man erstaunliches aus den Bildern heraus!

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