Immer öfter hört man den Begriff HDR-Foto, doch was ist das eigentlich und was musst du beachten um ein HDR-Foto erstellen zu können? In diesem Beitrag erfährst du alles was du darüber wissen musst.

HDR ist nicht nur eine Kunstform in der Fotografie, sondern auch ein unverzichtbares „Tool“, dass man benötigt um den Bild den gewissen Feinschliff zu besorgen. Oftmals nehmen wir gar nicht wahr dass es sich bei der Aufnahme überhaupt um ein HDR-Foto handelt. Das ist vor allem der Fall wenn du mit deinem Smartphone fotografierst. Das iPhone z.b. erkennt automatisch ob das Bild einen hohen Dynamikumfang benötigt oder nicht und nimmt das Foto anschließend auf. Doch in diesem Artikel gehen wir etwas professioneller vor und halten uns an HDR-Fotos erstellen mit einer Digital- bzw. Spiegelreflexkamera.

 

In 5 einfachen Schritten ein HDR-Foto erstellen

 

HDR Foto

 

Mit diesen 5 einfachen Schritten erstellst du ein HDR-Foto, das garantiert fasziniert:

 

1. Was ist ein HDR-Foto?
2. Die Motivsuche 
3. Welches Zubehör wird benötigt?
4. Welche Einstellungen werden benötigt?
5. HDR-Foto erstellen

 

1. Was ist ein HDR-Foto?

HDR Foto

Zunächst mal musst du wissen was ein HDR-Foto überhaupt ist und für was es sich eigentlich eignet, denn mit einem HDR-Foto kannst du auch ganz schnell deine Augen vergewaltigen 😉

Ein HDR-Foto ist ein High Dynamic Range Image mit einem enorm hohen Dynamikumfang. Durch die unterschiedlichen Belichtungen werden dunkle Stellen im Bild aufgehellt und erzeugen somit ein Bild, wo alles gleichmäßig hell ist. Ein solches Bild kannst du mit einer einzelnen Aufnahme niemals erstellen, denn irgendeine Stelle im Bild ist immer etwas zu dunkel. Das können Steine im Vordergrund, oder auch die Berge im Hintergrund sein. Um also ein Bild mit einem hohen Dynamikumfang erzeugen zu können, werden 3-7 Fotos (je nachdem welches Motiv und gewünschten Effekt) mit unterschiedlichen Belichtungen benötigt.

 

2. Die Motivsuche

HDR Foto

 

Bevor du dich ins Abenteuer stürzt solltest du dir ein paar Gedanken machen, welches Motiv du gerne fotografieren möchtest. Die Vorbereitung ist nämlich eines der wichtigsten Punkte. Für was du dich entscheidest bleibt ganz dir überlassen. Besonders gut für ein HDR-Foto eignen sich jedoch Bauwerke von z.b. Kathedralen, Maschinen, auch Autos und mein persönlicher Favorit: Landschaften bei schlechten Wetter. Schlechtes Wetter und Regen sind wirklich ärgerlich und bei keinem gerne gesehen, doch es hat auch Vorteile. So kannst du bei schlechten Wetter ein richtig düsteres Landschafts HDR-Foto erstellen.

Auf jeden Fall musst du dir ein Motiv suchen, dass sich nicht bewegt! Denn um ein HDR-Foto zu erstellen braucht es mehrere Aufnahmen. Bewegt sich das Motiv, so bekommst du den sog. „Ghost Effekt“. Diesen Effekt nennt man wenn die verschiedenen Aufnahmen nicht alle identisch sind, denn wenn sie nachher übereinander gelegt werden, kann das Motiv beispielsweise verzerrt sein, was ein absolutes No Go ist.

 

3. Welches Zubehör wird benötigt?

 

An Zubehör braucht es eigentlich nicht viel. Vergewissere dich dass du bei deiner Kamera den ISO, die Blende und die Verschlusszeit manuell einstellen kannst, denn diese Funktion wirst du brauchen. Ansonsten kannst du problemlos mit jeder Kamera fotografieren.

Ganz wichtig ist die Verwendung eines Stativ*. Da es mehrere Aufnahmen braucht, die alle exakt gleich ausgerichtet sein müssen, kommst du um ein Stativ nicht drum herum. Vergewissere dich dass das Stativ sicher steht und dass es nicht lose steht, ansonsten wird es mit einem guten HDR-Foto nichts.

Ich persönlich verwende auch immer einen Fernauslöser *, da dieser ohnehin zu meiner Fotoausrüstung dazugehört und immer dabei ist. Das betätigen des Auslösers an deiner Kamera kann nämlich schon dazu führen, dass die Aufnahme verwackelt wird und somit unbrauchbar.

 

4. Welche Einstellungen werden benötigt?

 

Falls deine Kamera einen HDR-Modus besitzt kannst du es auf die ganz einfache Art und Weise machen. HDR-Funktion an, Auslöser drücken, fertig. Das war ja easy, oder? Diese Methode funktioniert und du wirst ein HDR-Foto erstellen können, doch es hat auch Nachteile. Diese Funktion ist bei fast allen Kameras nur in der JPEG Auflösung möglich, was mir nicht sonderlich gefällt. Deshalb übernehme ich alle Einstellungen selbst, fotografiere im RAW Modus und hole somit viel mehr Details aus dem Bild heraus. Dass du im manuellen Modus (M) fotografieren solltest brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen 😉

Die Blende:

Wähle eine etwas höhere Blende, damit du auch eine hohe Tiefenschärfe im Bild erreichst. Die meisten Objektive erreichen ihre beste Bildqualität bei einer Blende von 8 bis 11. Das ist ein guter Richtwert an den du dich halten kannst, somit bist du immer auf der richtigen Seite.

Der ISO:

Um die bestmögliche schärfe im Bild zu erzielen, muss der ISO-Wert deshalb so gering wie möglich gehalten werden. Im Normalfall beträgt das 100. Da du ja ein Stativ verwendest ist es deshalb egal wenn es zu längeren Belichtungszeiten kommt. Wichtig ist nur dass du den ISO manuell einstellst und alle Aufnahmen den selben ISO-Wert haben.

Die Verschlusszeit:

Stelle die Aufnahmen deiner Kamera erstmal so ein, dass das Bild korrekt Belichtet ist, anschließend nimmst du die Aufnahme auf. Das erste Bild wäre also geschafft. Jetzt ist es elementar wichtig dass keine der anderen Einstellungen an der Kamera mehr verändert werden. Nur die Verschlusszeit musst du noch verändern.

Im Normalfall genügen 3 Aufnahmen, dann kannst du bereits ein HDR-Foto erstellen. Wenn du jedoch auf Nummer sicher gehen willst, dann mache 5 Aufnahmen mit einer unterschiedlichen Belichtung. Ob du das Bild erst unter, oder überbelichtest spielt absolut keine Rolle.

Das erste Bild ist aufgenommen, belichte jetzt um eine Blendendstufe ab, somit wird das Bild auf den ersten Blick zu dunkel, was vollkommen in Ordnung ist. Danach nimmst du noch ein Bild auf das überbelichtet ist und schon hast du deine 3 Aufnahmen zusammen und du kannst ein HDR-Foto erstellen.

Aufnahmen im Detail: 

  1. Foto: (+/- 0)
  2. Foto: (- 1.0)
  3. Foto: (+1.0)

[columnhelper col-md-4]

 

Der Autofokus:

Der Autofokus sollte ausgeschaltet sein, da es durch die vielen Aufnahmen zu unterschiedlichen Fokusstellen kommen kann. Stelle den Fokus deshalb besser manuell ein, somit hast du garantiert bei jeder Aufnahme den selben Fokuspunkt.

Das selbe gilt auch für den Bildstabilisator. Wie schon öfters hier im Blog erwähnt, solltest du bei der Verwendung eines Stativs den Bildstabilisator immer ausschalten, damit dir dieser nichts verpfuscht.

 

5. Das HDR-Foto erstellen

HDR Foto

 

Wenn alles gut gelaufen ist, dann hast du jetzt 3 identische Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen auf deiner Speicherkarte.  Diese müssen jetzt noch übereinander gelegt werden, damit du den typisch hohen Kontrastumfang und den HDR-Effekt bekommst.

Es gibt eine große Auswahl an Programmen, die dir bei der Erstellung des HDR-Foto helfen. Viele sind kostenpflichtig, andere wiederum sind kostenlos. Ich verwende Photomatix Pro 5*, da diese Software eine der besten zum HDR-Foto erstellen ist. Es gibt von Photomatix auch eine Free-Version, die du dir kostenlos downloaden kannst. Um wirklich professionelle Bilder zu machen empfiehlt es sich jedoch auf die Pro Version umzusteigen.

Photomatix arbeitet zudem hervorragen mit Lightroom* zusammen. Die ausgewählte Bilder exportierst du in Lightroom nach Photomatix und schon öffnet sich das Programm. Jetzt nur noch erstellen drücken und das Tonemapping erfolgt. Nach dem Tonemapping stehen dir unzählige verschieden Looks zur Verfügung. Mein Tipp: Weniger ist mehr! Viele glauben weil sie ein HDR-Foto erstellen, müssen sie den Dynamik-Regler vergewaltigen und bis zum Anschlag hochdrehen… Siehe zu dass dein Resultat neutral und auf keinen Fall übertrieben aussieht. Wenn dir keines der vorgeführten Resultate gefällt, dann kannst du zusätzlich noch alles von Hand nach Belieben regeln, bis du zum perfekten Ergebnis kommst.

Generell gilt aber: „Erlaubt ist was gefällt!“ Ich persönlich mag es ab und zu auch etwas kitschig und übertrieben. Ob das bei den anderen gut ankommt oder nicht, das muss dir egal sein, denn schließlich muss dir das Bild gefallen!

HDR Foto

Das war eigentlich auch schon die ganze Hexerei! Ist doch gar nicht mal so schwierig, oder? Doch jetzt liegt es an dir! Schnapp dir deine Kamera, gehe raus und schieße atemberaubende HDR-Fotos!

 

Welche Tipps hast du um ein gutes, faszinierendes und spannendes HDR-Foto erstellen zu können? 

 

1 KOMMENTAR

  1. […] Schlechtes Wetter muss nicht immer schlecht sein, denn was du beim fotografieren beim Regen extrem gut machen kannst, sind HDR Fotos. Der hohe Dynamikumfang und die düstere Atmosphäre an einem Regentag eignen sich besonders gut für HDR Fotos. Nimm auf jeden Fall viel vom Himmel mit, dass du einen interessanten Look bekommst. Wie du ein HDR Foto erstellst, habe ich bereits hier beschrieben: HDR Fotos erstellen […]

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here