Filter

ND Filter, Polfilter und co. Das solltest du darüber wissen!

Eine bedeutende Rolle in der Fotografie spielen die ganzen verschiedenen Filter. Begriffe wie ND Filter, Polfilter, Verlaufsfilter etc. wirst du täglich zu hören bekommen, doch weißt du eigentlich wofür die ganzen einzelnen Filter gut sind? Ich zeige dir hier die ganzen Fotografie Filter und wo du welchen am besten anwendest. Somit bist du auf einen guten Weg um das perfekte Foto zu schießen.

Anfangs mögen die ganzen Begriffe und Filter etwas verwirrend klingen, doch eigentlich ist es alles ganz einfach. Jeder der einzelnen Filter erfüllt seinen Zweck in einer unterschiedlichen Kategorie, man muss nur wissen welchen man wo einsetzt. Um wirklich gute und vor allem schöne, natürliche Aufnahmen machen zu können, kommt man um die Filter nicht drum herum. Man kann den gewünschten Effekt zwar im Nachhinein bei der Bearbeitung in Photoshop einfügen, doch wirst du so niemals den Effekt erzielen Palm mit Filter. Außerdem liebe ich es ein Foto so natürlich wie nur möglich aufzunehmen, ohne noch lange daran herumbasteln zu müssen.


ND Filter (Graufilter)

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Der ND Filter ist mein Lieblingsfilter, den ich wirklich immer dabei habe. Der ND Filter, besser bekannt auch als Graufilter, ist ein Filter welcher das Bild abdunkelt. Das ermöglicht dir längere Belichtungszeiten durchzuführen. Vor allem wenn du bei Tageslicht eine Langzeitbelichtung machen willst, kommst du an einem Graufilter nicht dran vorbei. Möchtest du zum Beispiel Wasserflächen oder auch Wasserfälle mit einer längeren Belichtung fotografieren, so dass sich schleierartige Effekte bilden, so musst du das Bild länger belichten. Das ist am Tag jedoch nicht möglich da das Bild trotz der kleinsten Blendenöffung stark überstrahlt ist.

Es gibt verschiedene Filter mit unterschiedlichen Dichten. ND2, ND4, ND8, ND16, ND32, ND64, ND1000, um nur einige zu nennen. Manchmal werden sie auch mit x4, x8, x1000 etc. gekennzeichnet. Die Zahlen bedeuten eigentlich nichts weiter, als die mehrfache Belichtung die du brauchst um das Bild richtig zu belichten.

Beispiel:

Das Bild benötigt ohne ND Filter 1/1000sec Verschlusszeit um es korrekt zu belichten. Verwendest du jetzt aber einen ND2 Filter, so beträgt die Verschlusszeit 1/500sec. Mit einem ND32 Filter, 1/30sec und mit einem ND1000 Filter, 1 Sekunde.

Wenn du jetzt am Tag beispielsweise 20 Sekunde lang belichtest (ist mit einem ND1000 Filter problemlos möglich), so kannst du das Wasser extrem glatt ziehen, dass es ausschaut wie eine Nebelwolke, oder du kannst auch die vorbeiziehenden Wolken verzerrt aufnehmen. Das mag erst komisch klingen, doch das Bild wirk somit viel lebhafter und aufregender als wie wenn jede Wolke gestochen scharf ist. Unten habe ich dir noch zwei Beispielsfoto eingefügt.

Steine im Wasser


Polfilter

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Der Polarisationsfilter ist einer der wichtigsten Filter in der Landschaftsfotografie. Er wird vorne am Objektiv befestigt und bringt den Vorteil dass er das Licht nur in einer bestimmten Schwingungsrichtung hindurch lässt. Das heißt er polarisiert das eintreffende Licht und verhindert unerwünschte Reflexionen. Das Ergebnis erkennst du vor allem bei Glas oder Wasseroberflächen. Des Weiteren unterdrückt der Filter blaue Reflexe im Himmel und sorgt so dafür, dass der Himmel viel mehr heraussticht. Auch ein wolkenloser blauer Himmel wirkt mit einem Polfilter um einiges satter als ohne Filter. Dieses Ergebnis bekommst du sonst nicht hin, nicht einmal mit Photoshop. Da kannst du noch so viel probieren, das Ergebnis wird niemals so schön werden wie mit einem Polfilter. Ein weiterer Vorteil ist, dass Grünflächen ebenfalls satter wiedergegeben werden. Du kannst außerdem die Spiegelung auf Blättern entfernen, den diese stören im Bild meistens enorm.

klares wasser mit steine
Mit Polifilter
klares wasser mit steine
Ohne Polifilter

Im Gegensatz du den anderen Filtern kostetet ein guter Polfilter etwas mehr. Die Anschaffung solltest du dir jedoch gönnen, du wirst es bestimmt nicht bereuen!


Verlauf Filter

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Dieser Filter lässt das Licht in unterschiedlichen Helligkeiten hindurch lässt. Im Glas ist in den meisten Fällen einen horizontaler Verlauf, der sich vom klaren Bereich langsam verdunkelt. Dieser Filter  ist für die Landschaftsfotografie ebenfalls sehr gut geeignet. Doch was genau bringt dir das? Dadurch dass das Glas des Filters oben dunkler ist, erzeugst du dass das Motiv ausgeglichener wirkt. So wirkt der Himmel viel dunkler als ohne Filter, wobei der Vordergrund jedoch gleich bleibt. Ohne den Verlaufsfilter müsstest du dir die Mühe machen 2 Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen zu machen und sie anschließend in Photoshop zusammenzufügen. Du kannst auch in Photoshop einen Verlaufsfilter reinmachen, dieser wird jedoch niemals so natürlich aussehen als mit Filter. Obendrein bedeutet das mehr Arbeit bei der Nachbearbeitung.

Die Preise bei den Verlaufsfiltern unterscheiden sich sehr stark von einander. So gibt es schon für wenige Euro passende Aufschraubfilter für jede gängige Filtergröße, oder die guten, teuren Filter, die natürlich um Welten besser sind. Die günstigen Filter lassen sich jedoch nicht immer ausrichten sondern nur fest verschrauben. Das hat den Nachteil dass du immer den gleichen Bereich dunkler hast. Da man in der Landschaftsfotografie jedoch nicht immer aus den selben Blickwinkel fotografiert und der Verlauf an den Horizont ausgerichtet werden muss, sollte man zu den guten Exemplaren greifen, da diese qualitativ um einiges hochwertiger sind. Bei diesen Filtersystemen wird am Objektiv eine Halterung angebracht, wo anschließend die verschiedenen Filter eingeschoben werden. So kannst du exakt entscheiden wo und wie weit du den Verlauf haben möchtest.

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Farbfilter

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Die Farbfilter sind wie der Name schon sagt, farbiger Filter, die je nach Art nur eine bestimmte Farbe durchlassen. In den meisten Fällen besteht der Filter einfach aus einer gefärbten Glas bzw. einer Kunststoffscheibe. Wer sich das Nachbearbeiten am PC ersparen möchte, der kann getrost zu diesen Filtern greifen, da sie wirklich günstig zu bekommen sind, jedoch sind die Filter nicht zwingend notwendig für die Fotografie. Einen Farbfilter kann man problemlos in Photoshop oder Lightroom ohne großen Aufwand einfügen.


UV Filter

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Wie der Name schon verraten lässt, hat der UV-Filter die Aufgabe, ultraviolettes Licht abzublocken. Dieses unsichtbare Licht hat infolge dass es zu chromatischen Aberrationen kommen kann (d.h. Licht unterschiedlicher Farbe trifft sich nicht in einem Punkt). In der Regel benötigt man jedoch keinen UV-Filter mehr, weil die Objektive heutzutage fast alle über 6 Linsen oder gar noch mehr verfügen. Das verhindert dass das UV-Licht zum Sensor eindringt und chromatische Aberrationen verursacht. Früher wäre es undenkbar gewesen ohne UV-Filter zu fotografieren, doch heute ist es für ein gutes Foto nicht mehr relevant.

Daß ein UV-Filter trotzdem sinnvoll sein kann, hat einen ganz anderen Grund. Er schützt nämlich die Linse des Objektivs vor Beschädigung. Der Austausch einer zerkratzten oder durch aggressive Flüssigkeiten (z.B. Meerwasser) beschädigten Frontlinse ist oft so teuer, dass es sich nicht lohnt es zur Reparatur zu geben. Das kann vor allem bei einem guten Objektiv, dass nicht selten mehr als 1000€ kostet, sehr ärgerlich sein. Ein Grund sich also einen UV-Filter zu kaufen, ist der Schutz der Linse. Zudem wird das Foto ja in keinerlei Hinsicht schlechter. Ein guter Filter ist zwar vor allem bei einem großen Durchmesser nicht gerade billig, kostet im Vergleich zu einem neuen Objektiv aber sehr wenig Geld.

In eine gute Fotoausrüstung gehören Filter einfach dazu. Natürlich ist es nicht relevant alle Filter zu besitzen, jedoch empfehle ich dir den ND Filter und den Polifilter in deine Fotoausrüstung mit aufzunehmen, da sie auf natürlichen Wege atemberaubende Fotos erzeugen können.