Das wichtigste für eine gelungene Aufnahme ist der richtige Bildaufbau, denn ist dieser falsch, so wird auch das spannendste Motiv nicht gut aussehen. Hier erfährst du alles was du über den richtigen Bildaufbau wissen musst und was du alles beachten solltest.

Um ein Foto einzigartig und spannend wirken zu lassen, genügt es nicht einfach die Kamera zum Motiv zu halten und den Auslöser zu drücken. Mit dieser Methode wirst du zwar auch ein Bild bekommen, doch es wird in den meisten Fällen langweilig und uninteressant wirken. Auch wenn das Motiv noch so schön ist, mit dem falschen Bildaufbau wird es nichts mit einem guten Foto. Ich zeige dir hier jedoch was du für einen guten Bildaufbau alles beachten solltest.

 

Der richtige  Bildaufbau in der Fotografie

 

Das Motiv

In erster Linie solltest du dir über das richtige Motiv ein paar Gedanken machen. Das kann natürlich sein was du willst. Überlege dir schon im Vorhinein was du gerne fotografieren möchtest, somit hast du es später viel angenehmer, da du weißt wonach du suchst. Hast du dein Motiv gefunden, dann kann´s losgehen mit dem fotografieren. Konzentriere dich jedoch auf das Wesentliche. In erster Linie sollte das Motiv im Vordergrund stehen, versuche deshalb das Bild mit nicht zu viel anderen Sachen voll zu machen. Der Betrachter muss auf Anhieb wissen was du mit dem Bild überhaupt zeigen möchtest.

Spiele auch mit dem Format etwas rum. Auch wenn das Querformat immer gut aussieht, so ist es empfehlenswert das Motiv auch einmal im Hochformat aufzunehmen. Bei einem richtig schönen Motiv, nehme ich das Bild ohnehin immer im Hoch- und Querformat auf. Das solltest du auch machen, da das Bild somit wieder einen ganz anderen Look bekommt.

Der goldene Schnitt

Eine zentrale Positionierung des Motives wirkt häufig zu statisch und langweilig. Deshalb wurde der sog. goldene Schnitt entwickelt, der sich wie folgt zusammenstellt:

Die Drittel-Regel

In der Fotografie spricht man oft von der Drittel-Regel. Diese einfache, jedoch sehr wirkungsvolle Regel lässt dein Bild mit wenig Aufwand gleich sehr viel spektakulärer wirken. Alles was du hierfür machen musst, ist das Hauptmotiv etwas zu versetzten.

Nehmen wir an du fotografierst einen Baumstamm am Meer. Wenn sich dieser in der Mitte des Bildes befinden würde, so würde das Bild langweilig wirken. Wenn du ihn aber so versetzt, dass er sich etwas am Rand des Bildes befindet, so wirkt das Bild gleich sehr viel spannender. Das selbe gilt für Strandfotos. Das absolut schrecklichste was du machen kannst, ist das halbe Bild mit dem Meer und die andere Hälfte mit dem Strand zu fotografieren. Das sieht einfach nur schrecklich aus! Wenn du aber die Drittel-Regel anwendest und beispielsweise nur 1/3 Strand und 2/3 Himmel auf dein Bild nimmst, so kann sich das Ergebnis sehen lassen. Befindet sich noch ein Motiv mit auf dem Bild, so setze dieses zusätzlich noch 1/3 aus der Mitte heraus. Somit erzielst du sofort bessere Fotos.

Strand mit Baumstumm im Vordergrund

 

Symmetrie 

Vorhin habe ich dir erklärt dass es langweilig aussieht, wenn sich das Motiv in der Mitte befindet. Das stimmt meistens auch, doch es gibt auch Ausnahmen. Vor allem in der Landschaftsfotografie kann es schlecht aussehen, wenn du sagen wir einen Berg aus der Mitte nimmst. Je nachdem was sich alles in der Umgebung befindet, solltest du hier auf die Symmetrie achten. Befindet sich vor dem Berg ein See, so nutze diesen und verwende die Spiegelung um dem Bild den nötigen Feinschliff zu geben. Hier kannst (und musst) du das Motiv jedoch in die Mitte setzen und auf die Symmetrie achten, ansonsten sieht das Bild einfach nur schrecklich aus!

Berge und ein See
Bergsee in Südtirol

Das selbe gilt in manchen Teilen der Architekturfotografie. Auch hier musst du eine Aufnahme machen und das Motiv (sofern man dies als das bezeichnen kann) in die Mitte setzten und die folgenden Punkte ausser acht lassen. Das solltest du jedoch nur machen, wenn du künstlerische Bilder von Formen, Strukturen etc. machen willst. Handelt es sich um ein einzelnes Gebäude, so besteht weiterhin die Drittel-Regel.

Treppe künstlerisch fotografiert

 

Neue Perspektiven

Wie schon öfters erwähnt ist eine parallele Ausrichtung zum Motiv ein absolutes „No-Go“ und sollte unbedingt vermieden werden. Aber nicht immer! In den meisten Fällen sieht das schlichtweg zu langweilig aus. Versuche deshalb das Bild mit neuen Perspektiven etwas aufzupeppen.

Die Froschperspektive:

So nennt man eine Perspektive die von einem sehr tiefen Punkt aus gemacht wird. Die Froschperspektive kann vor allem in der Architekturfotografie das Bild extrem verbessern. Somit bringst du nicht nur viel mehr vom Motiv auf dein Bild, sondern veränderst die Ansicht in ein künstlerisches Werk.

Die Vogelperspektive:

Wie du schon erahnen wirst, ist die Vogelperspektive das genaue Gegenteil von der Froschperspektive, denn diese wird von einem erhöhten Standpunkt aus aufgenommen. Eine Skyline einer Stadt aufzunehmen kann zwar auch mit paralleler Sicht gut aussehen, doch mit einem erhöhten Standpunkt wird dein Foto mit Sicherheit noch viel spektakulärer und aufregender aussehen. Probiere es doch einfach mal aus und überzeuge dich selbst vom Ergebnis.

Bangkok Skyline

Gerader Horizont

Nichts und ich meine tatsächlich nichts, sieht schlimmer aus als ein schiefer Horizont! Stell dir vor du machst eine Strandaufnahme und der Horizont ist nicht Waagrecht… Da braucht es glaube ich keine Worte mehr. Das gute ist: Du kannst dein Bild jederzeit bei der Nachbearbeitung noch gerade ausrichten. Da somit aber immer ein Teil des Bildes verloren geht und es auch deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, empfiehlt es sich gleich bei der Aufnahme auf eine gerade Ausrichtung zu achten. Sollte deine Kamera über eine digitale Wasserwaage verfügen, so stell diese auf jeden Fall ein, andernfalls kannst du auch die Gitterlinien einstellen. Mit Hilfe der Gitterlinien gelingt es dir schon bei der Aufnahme den Horizont gerade auszurichten und die Drittel-Regel zu befolgen.

Der richtige Zeitpunkt

Damit dein Foto auch besonders wirkt und sich von dem der anderen etwas abhebt, ist es wichtig zur rechten Stunde zu fotografieren. Das spielt auch beim Bildaufbau eine enorme Rolle, denn zu früher, oder späterer Stunde verändert sich das Licht und sorgt damit für schöne, natürliche Aufnahmen. Das schönste Licht bekommst du in der Regel immer 30 Minuten vor Sonnen Auf- und Untergang. Versuche zu dieser Zeit dein Motiv ins richtige Licht zu setzten, denn bekommst du automatisch schöne, natürliche Aufnahmen, die dein Bild besonders machen.

Schwarzweiß Fotos

„Sieht ein Foto Scheiße aus, so mach ganz einfach ein schwarzweiß Bild daraus“. Vielleicht hast du diesen Spruch schon einmal gehört. Ist zwar nicht der beste Weg ein Foto aufzupeppen, doch in den meisten Fällen wird das Bild tatsächlich durch die Bearbeitung in ein schwarzweiß Bild besser. Warum das so ist, ist mir auch ein Rätsel, doch Hauptsache es funktioniert 😉 Diese Methode hat zwar nicht direkt etwas mit dem Bildaufbau zu tun, jedoch kannst du somit ein versautes Foto noch etwas retten und das ist die Hauptsache. Besser ist es natürlich wenn dir die Aufnahme sofort gelingt, doch besser wie gar kein Foto ist dies allemal.

Am Anfang solltest du dir jedoch keine allzu große Sorgen darüber machen. Die beste Methode um die Fotografie zu erlernen, ist die Praxis. Nach ein paar missglückter Aufnahmen wirst du automatisch besser und entwickelst dich somit langsam zum Profi.

Befolgst du die aufgezählten Punkte, so wird dir ein guter, gelungener Bildaufbau mit Sicherheit gelingen. Teste es selber mal aus und fotografiere dein Motiv einmal ohne einen richtigen Bildaufbau, und einmal mit. Ich wette darauf dass du vom Resultat überrascht sein wirst. Und jetzt schnapp dir deine Kamera, geh raus in die Welt und schieße atemberaubende Fotos.

 

Was machst du zusätzlich noch um den Bildaufbau noch besser und schöner hinzubekommen? Teile es doch einfach in den Kommentaren, ich bin gespannt darauf.

 

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